Janis Joplin: Little Girl Lost

-

Janis Joplin: Little Girl Lost

- Advertisment -

Die Geschichte hinter I GOT DEM OL‘ KOZMIC BLUES AGAIN MAMA!

Janis Joplins Verwandlung von einem Bandmitglied zur Solo-Diva (inklusive des einzigen Soloalbums, das zu ihren Lebzeiten veröffentlicht wurde) war geprägt von Machtspielen, Egotrips und exzessivem Drogenmissbrauch.

Im Oktober 1968 hatte Janis Joplin ein Nr.-1-Album, eine Top-10-Single und eine Reihe ausverkaufter Konzerte. Ein Kritiker schwärmte von ihrer „drangvollen, strahlenden weißen Blues-Stimme“. Ein anderer sagte, sie klinge, „als würde sie aus dem Fenster im zweiten Stock eines Bordells herunterrufen, um dich nach oben einzuladen“. Die 25-jährige Sängerin von Big Brother & The Holding Company hätte das ersten Aufblühen ihres Superstar-Daseins genießen müssen. Doch sie war am Boden zerstört.


Der Hit ›Piece Of My Heart‹ schallte überall aus den Radios, doch nach ein paar Wochen der Tour mit ihrer Band zum zweiten Album CHEAP THRILLS war Janis gelangweilt, weil die Konzerte immer formelhafter abgewickelt wurden. Sie fand, ihre Bandkollegen waren faul geworden. Außerdem schütteten sie sich alle diverse Drogen- und Alkoholcocktails ihrer Wahl rein – Speed, Seconal, Southern Comfort –, was abseits der Bühne zu Spannungen führte. Nach der Hälfte ihrer Europatournee verkündete Janis, dass sie nach diesen Auftritten bei Big Brother aussteigen würde.


Diese Ruhelosigkeit ging Hand in Hand mit ihren Ambitionen. Dass sie in jenem Herbst in Großbritannien und Deutschland so euphorisch begrüßt wurde, beflügelte ihre Träume von internationalem Ruhm noch weiter. Ihr Manager Albert Grossman, der in der Folkszene von New York Bob Dylan und Peter, Paul & Mary groß gemacht hatte und von einem Musiker mal als „korpulenter Barracuda“ bezeichnet worden war, ermutigte sie ebenfalls. Er versprach ihr, einen Plattenvertrag über zwei Millionen Dollar an Land zu ziehen – wenn sie als Solokünstlerin weitermachen würde. Gleichzeitig umgarnte Clive Davis, der Präsident von Columbia Records, sie ebenfalls mit Visionen einer Mischung aus Aretha Franklin und Barbra Streisand. Er wollte Bläser, Streicher, Vegas, TV-Specials, das ganze Programm. Janis war von dieser Aufmerksamkeit geschmeichelt, sah sie als einen Weg aus ihrer festgefahrenen Situation und fing schließlich an, neue Musiker um sich zu scharen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Video der Woche: The Rolling Stones 1965 mit ›Paint It Black‹

Heute hätte Brian Jones, Gründungsmitglied der Rolling Stones, Geburtstag. In Gedenken an den grandiosen und viel zu früh verstorbenen...

Lynyrd Skynyrd: One More From The Road

1975. Ein Blutbad bahnt sich an. Lynyrd Skynyrd trinken – und zwar so richtig – an der Hotelbar: Pfefferminzschnaps,...

The Black Crowes – SHAKE YOUR MONEY MAKER (30th Anniversary)

Geschwisterliebe Als die Black Crowes 1990 ihren Erstling SHAKE YOUR MONEY MAKER auf die Fans losließen, stand die Rockgitarre insbesondere...

Review: Alice Cooper – DETROIT STORIES

Unser Interview mit Alice Cooper lest ihr in der aktuellen Ausgabe von CLASSIC ROCK! Man kann sich ja bekanntlich neu...
- Werbung -

Billy Gibbons: ›Rattlesnake Shake‹ live mit Steven Tyler

In Gedenken an den verstorbenen Peter Green gaben Steven Tyler und Billy Gibbons vor circa einem Jahr gemeinsam den...

Review: Joanna Connor – 4801 SOUTH INDIANA AVENUE

Joe Bonamassa, der moderne Säulenheilige des Blues, betreibt ein neues Förderprogramm. Unter seinem Indie-Labelbanner „Keeping The Blues Alive“ hat...

Pflichtlektüre

Elise LeGrow: Das Debütalbum PLAYING CHESS auf Vinyl sichern!

Auf ihrer ersten Platte PLAYING CHESS bewegt sich die...

Review: Bryan Adams – ULTIMATE

Rundumschlag mit zwei Neulingen. Es ist bereits das sechste Compilation-Album...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallenÄHNLICH
Für dich empfohlen